Suite Dreams 15.Oktober 2025

Como Metropolitan, London

Für unseren jüngsten Trip nach London fiel die Wahl auf ein Hotel, das man nicht unbedingt auf dem Schirm hat – obwohl es längst ein Klassiker ist: das COMO Metropolitan. Zwischen Parkluft und viktorianischer Architektur findet es sich in bester Lage an der eleganten Old Park Lane, dem Scharnier zwischen Hyde Park und dem schicken Einkaufs- und Restaurantviertel Mayfair. Eröffnet 1997, galt es als erstes Londoner »Design Hotel« und setzte sich damit bewusst von den traditionellen Palasthotels der Stadt ab.

Wir waren 2013 schon einmal hier zu Gast, doch seither hat sich einiges verändert: Design unterliegt bekanntlich Moden, und vor einigen Jahren wurde das Interieur einer umfassenden Erneuerung unterzogen.

Die Fassade und die Lobby wirken in ihrer entschiedenen Nüchternheit fast skulptural und leicht futuristisch – gefällt uns gut. Man könnte den Stil als »kühl« empfinden, doch besonders positiv fällt sofort die verbindliche Freundlichkeit des jungen Teams hinter dem Counter auf, das hilfsbereit und unprätentiös agiert: Man wird hier nicht nur »registriert«, sondern fast schon familiär willkommen geheißen.

Unmittelbar neben dem Check-in-Counter lädt eine Lobby Lounge zum Verweilen ein – kein Wartebereich, sondern ein urbaner Salon, tagsüber für einen Snack, abends für einen Drink. Materialien wie Leder, gebürstetes Metall und warmes Holz verleihen dem Raum haptische Tiefe; die Beleuchtung inszeniert Glas und Messing in sanftem Goldschimmer – stilvoll, ruhig, aber nicht steril, wie man es aus so vielen gehobenen Hotels kennt.

Kommen wir zum wichtigsten Teil eines Hotels: den Zimmern. Das COMO Metropolitan umfasst überschaubare 144 Zimmer und Suiten sowie 19 private Residences, alle gestaltet mit klaren Linien und cooler Reduktion. Das Raumgefühl ist loftartig, aber nicht kalt – eine Ästhetik, die das ganze Haus prägt.

Verschiedene Hölzer, Messingdetails und Naturtextilien schaffen eine warme Atmosphäre: reduziert, zugleich sinnlich. Dass das Bett großzügig, die Technik zeitgemäß und die Minibar gut ausgestattet sind, muss man eigentlich nicht erwähnen – wohl aber, dass die Zimmer im COMO zu den größten der Stadt zählen (die »kleinste« Kategorie hat bereits 29 qm).

Bemerkenswert ist, wie das Hotel mit Raum und Aussicht spielt. Durch teils bodentiefe Fenster wird Licht – besonders bei Sonnenschein – zu einem regelrechten Gestaltungselement. In den oberen Etagen entfaltet sich der volle Zauber des Lichts, während die gewaltigen Fenster vieler Zimmer einen weiten Blick über den Hyde Park gewähren; manche verfügen sogar über einen kleinen Balkon.

Notabene: Bei der Buchung lohnt es sich, gezielt nach Kategorien mit »Park Facing« oder »Hyde Park View« zu fragen.

Für uns ein nicht unwesentlicher Aspekt: die Gastronomie. Neben dem legendären ‹Nobu› ist vor allem das im September 2025 eröffnete ‹Labombe by Trivet› erwähnenswert. Für das kulinarische Konzept zeichnet Jonny Lake verantwortlich – Inhaber und Küchenchef des zweifach besternten Londoner Restaurants ‹Trivet› (wir kennen ihn sogar auch aus seiner Zeit als Küchenchef im ‹The Fat Duck›).

Der Fokus liegt auf gehobener Weinkultur und einer Küche, die Grilltechniken und süffige Wohlfühlspeisen in den Mittelpunkt stellt. Das Interieur verbindet nordische Reduziertheit mit mediterraner Wärme – unaufdringlicher Luxus, wie im ganzen Haus. Wir verbrachten in dem lebhaften Casual Fine Dining-Lokal einen ausgesprochen vergnüglichen Abend; Details folgen in einem eigenen Bericht.

Was bleibt zu sagen? Etwas theatralisch könnte man es so formulieren: Das COMO Metropolitan übersetzt die Energie Londons in minimalistisches, warmes Design. Die Stärke liegt dabei in der Balance – zwischen urbaner Präsenz und privatem Rückzug, zwischen internationalem Anspruch und lokalem Bezug.

Lage und Ausblick sind erste Klasse; die moderate Größe ermöglicht ein Serviceverständnis, das sowohl persönlich als auch professionell ist. Das Haus wirkt wie ein familiär geführtes Unternehmen mit klaren Standards und einer angenehm geerdeten Gastlichkeit.

Kulinarisch hat das COMO mit dem ‹Labombe› neues Terrain betreten: es bringt eine lebhafte, weinbewusste Küche ins Erdgeschoss und erneuert die Tradition des Hauses als Ort der Begegnung (man muss wissen, dass sich mit der ‹Met Bar› einst eine der weltweit exklusivsten Promi-Bars im COMO befand).

Und dann ist da natürlich dieser Blick: über den Hyde Park, in den Himmel von London – ein Privileg, das das COMO zu etwas Besonderem macht. Leise, elegant, im besten Sinne »metropolitan«.

Hinweis

Der Aufenthalt im »Como Metropolitan« war eine Einladung. Details zum Umgang mit Einladungen und anderen Pressekonditionen findet Ihr hier.

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