Restaurantkritik 10.Mai 2026

Plénitude – Saucen-Systematik

Von Kai Mihm

Wir sind spät dran. Nicht etwa zur heutigen Reservierung im Pariser Restaurant ‹Plénitude›, sondern mit unserem ersten Besuch ebendort: Das Gourmetrestaurant des ultraluxuriösen Hotel Cheval Blanc wurde bereits im Herbst 2021 eröffnet. Unter der Leitung von Küchenchef Arnaud Donckele erlangte es nur sechs Monate später drei Michelin-Sterne – für Donckele war es damit das zweite Drei-Sterne-Restaurant unter seiner Ägide, denn er zeichnet auch für das dreifach besternte ‹La Vague d'Or› in Saint-Tropez verantwortlich, welches sich ebenfalls in einem Cheval Blanc-Hotel befindet. Beide Häuser gehören zum LVMH-Konzern, dem weltweit größten Unternehmen für Luxusgüter.

Seit dem ersten Tag ist das ‹Plénitude› eine der schwierigsten Reservierungen der Stadt und auf Monate ausgebucht. Nie hat es bei uns gepasst. Und obwohl ich diesmal einen Kontakt bemühen konnte, um mühsame Anfragen zu umgehen, traf die finale Reservierungbestätigung erst eine Woche vor dem Wunschtermin ein. 

Das imposante Hotel liegt direkt an der Pont Neuf, mit Blick auf die Seine; in der Ferne erspäht man sogar den Eiffelturm. Die Zimmerpreise starten bei zweitausend Euro – für Paris in diesem Luxussegment mittlerweile Standard, wer auch immer glaubt, in dieser Stadt nichts Charmanteres für weit weniger Geld zu bekommen.

In einer Ecke hinter dem Foyer weist eine nüchterne Marmortreppe den Weg zu Arnaud Donckeles Reich im ersten Obergeschoss. Ein nicht unsympathisches Understatement, das in gewisser Weise die unprätentiös-elegante Art des Restaurants vorwegnimmt.

Bereits der Empfang ist von einer so lässigen Herzlichkeit, als würde ich jede Woche hier einkehren – diese sympathische Verbindlichkeit wird sich durch den gesamten Abend ziehen.

Der Gastraum erinnert an ein sehr großes Wohnzimmer mit einigen Tischen, Vorhängen und bequemen Polstersesseln in Senfgelb. Durchaus behaglich, doch es gibt in Paris sicherlich zeitgemäßere Interieurs. Die Stimmung ist gelöst, das Publikum bunt gemischt; auch altersmäßig zeigt sich die Bandbreite weit gefächert.

Beim Essen stehen zwei Menüs zur Wahl, deren Preislogik sich mir nicht erschließt: fünf Gänge (die man selbst wählt) kosten 475 Euro, sieben Gänge (als Überraschungsmenü) nur zwanzig Euro mehr – dass wir uns für diese Variante entscheiden, liegt auf der Hand. Die Speisekarte erläutert zudem Arnaud Donckeles kulinarisches Konzept, die Gerichte von den Saucen her zu denken. Alles andere – Produkt, Garung, Garnitur – ordnet sich dieser Idee unter. Anders gesagt: die Sauce ist hier nicht Begleitung, sie ist das Gericht. Dass dabei der Vergleich zu Parfums bemüht wird, mit Donckele als einem Parfümeur der Saucenwelt, wirkt zunächst plausibel, greift letztlich aber zu kurz. Dazu später mehr.

Beim Wein begebe ich mich trotz der enorm umfangreichen Karte gerne in die Hände von Sommelier Emmanuel Cadieu, denn nach allem was ich weiß, hält er im Pairing manch spektakuläre Flaschen bereit.

Mit dem Champagner werden die ersten Snacks serviert. Eine gegrillte Auster, angenehm klein und festfleischig, ist mit Champagner, Gurke, Zitrusgel, Minzöl und einem Hauch Pfeffer auf maximale Frische getrimmt. Entscheidend ist dabei die Struktur: die Komponenten bilden weniger eine klare »Sauce«, sondern ein Netz aus Säure und Aromatik, das die Auster umhüllt. Man hat hier keinen »Austern-Happen«, sondern schmeckt einen Zustand von »Auster in Champagner«. Sehr präzise, sehr köstlich.

Ein hauchdünnes Kartoffel-Arlette mit Gambero Rosso spielt mit Kontrast: knusprig der Teig und die frittierte Garnelenkarkasse – dazwischen das rohe, süßliche Fleisch des Krustentiers. Den Clou bildet indes eine jodig-zitronige Emulsion aus Alge, Rohrahm und Zitrone, die sich beim Kauen langsam aufbaut und alles verbindet. Ein verblüffender Effekt, der einen kurz innehalten lässt.

Ein Kartoffel-Nori-Törtchen mit Thunfischbauch und Erbsen wirkt visuell fast rustikal – doch auch hier zieht sich eine Linie: Eine Emulsion aus Zitronen-Olivenöl und Sardelle sowie knackende junge Erbsen formen einen salzig-grünen, vibrierenden Grundton, der den fetten Fisch strukturiert: Auch hier also wieder die Sauce, auch wenn man sie nicht sieht. Exzellent.

So komplex und fein ziseliert diese Petitessen gearbeitet sind, so leicht und unverkopft schmecken sie. Großes Understatement.

Es folgt ein Zweierlei, wie alle Speisen flankiert von einem Papier, das die Saucenzutaten auflistet.

In einer nostalgischen Teetasse gibt es eine Bouillon, die in ihrer eleganten Wucht schon kein Amuse mehr ist, sondern ein Manifest: Schinken, Sellerie, Liebstöckel, Katsuobushi, schwarzer Reisessig und Sansho bilden ein Geflecht aus Umami, Rauch, Kräuterigkeit und Säure. Extrem dicht und doch kontrolliert. Man trinkt, schaut sich an, und denkt unwillkürlich: »Wie kann das so klar bleiben?«. Umwerfend.

Eine gekühlte Wellhornschnecke mit Yuzu-Mayonnaise wirkt danach fast wie ein Reset: kühl, klar, fokussiert. Aber auch hier: Die Mayonnaise ist nicht Beilage, sondern Träger der Aromatik, sie führt das Ganze – und zwar zu höchstem Genuss.

Schon jetzt hat mich eine kulinarische Euphorie gepackt, mit dieser ersten, enorm starken Sequenz, die keine Spielereien präsentierte, sondern, man ahnt es schon jetzt, Miniaturen eines kulinarischen Systems.

Der erste Menügang trägt den Titel »Partitur des Gärtners für Coulis marbré 'Amplitude'«. Auf den ersten Blick ist das ein ästhetisch komponierter Gemüseteller, wie man ihn aus der modernen Hochküche kennt, mit Gemüse in unterschiedlichsten Zuständen: roh, gegrillt, kandiert, eingelegt. Doch schon beim ersten Löffel wird klar, dass es hier nicht um die hübsche Anordnung geht, sondern um assoziative Interaktion. Der zwischen edler Bitterkeit, flüchtigen Zitrusnoten und grasigen Aromen oszillierende Coulis wirkt wie ein Resonanzraum, der jedes Gemüse anders klingen lässt, als würde man denselben Akkord in unterschiedlichen Tonarten hören.

Die Zutatenliste des Coulis nennt unter anderem grünen Spargel, Mango, Karotte, Kräuter, Yuzu, Sojasauce – daraus entsteht ein Kosmos, das jedes einzelne Gemüse anders beleuchtet. Mal tritt die Süße hervor (Birne, Karotte), mal Bitterkeit (Radieschen, Artischocke), mal Frische (Myoga, Gurke). Man isst nicht »Gemüse mit Sauce«, sondern: Gemüse im Zustand dieser Sauce. Man probiert, kombiniert, kehrt zurück, entdeckt neue Nuancen, verliert sich fast in einem Zustand genussvollen Forschens … Ein zutiefst bewegendes Erlebnis.

Durchatmen, ein großer Schluck Wein, Vorfreude auf den nächsten Gang.

Eine Makrele – lauwarm, gegrillt, mit feiner Rauchnote und Umami von kandierter Tomatencreme  – schmeckt für sich genommen bereits großartig. Doch im Grunde ist sie die Projektionsfläche für die Sauce »Velours Eden«, komponiert aus Sardine, verschiedenen Essigen, Eigelb, Fenchel, Piment und Estragon. Das ergibt eine cremige, säuerlich-bittere, leicht oxidative Tiefe, die perfekt zum öligen Fisch passt – oder sollte man sagen: der ölige Fisch passt perfekt zur Sauce?

Dann sind da noch ein Escabèche- und Fenchelgelee, geschmorter Lauch, ein zartes Sardinenfilet sowie ein leuchtend grünes Sorbet von Fenchel und grünen Tomaten. Letzteres hat den Effekt einer geeisten Sauce, setzt einen kühlen, fast schneidenden Kontrapunkt, der alles andere noch präziser wirken lässt. Warm, kalt, cremig, frisch – alles ist in Bewegung.

Ich esse immer weiter, nehme noch eine Gabel, betört, will verstehen, wie das alles zusammenhängt. Und merke irgendwann: Es hängt ja längst zusammen! 

Zur Sabayon »Buisson Divin« wird ein prachtvoller Kaisergranat serviert: perfekt gegart, saftig, von jener Süßlichkeit und dichten Textur, die große Produkte auszeichnet. Aber entscheidend ist die Sabayon, ein samtiges Destillat aus Krustentier, Butter, Artischocke, Zitrus und Wein: luftig, buttrig, tief – und gleichzeitig von einer erstaunlichen Frische durchzogen.

Ein mit gehobelter Artischocke gefülltes Artischockenherz bringt zusätzliche Erdigkeit, eine marinierte Kumquatscheibe auf Artischockencreme setzt einen markant süßsäuerlichen Akzent. Doch alles bleibt im Bann dieser unglaublichen Sauce. Ein weiterer Höhepunkt in einem Menü, das gar kein anderes Level zu kennen scheint. 

Erneut löffele ich das separat servierte Saucentöpfchen bis zum letzten Tropfen aus.

Waren die bisherigen Saucen von cremiger und schaumiger Textur, mutet die Textur der Bouillon »Songe Anisé« klassischer an: eine seidige Emulsion aus Fischfond, Olivenöl, Zitrone und Nussbutter, aromatisiert mit Ringelblume, Fenchel, Pastis und Anis. Dazu gibt es sanft gebratenen Ikejime-Steinbutt mit Muscheln, Fenchel und confierter Kartoffel mit Kaviar.

Der saftige Steinbutt, dessen Haut mit einem Hauch Sternanis aromatisiert wurde, bleibt »klar« und pur, der Fenchel bringt Frische, Kaviar und Kartoffel verleihen Substanz. Diese Kombination, zusammen mit der anisbetonten Sauce, ist alles andere als gefällig – eine Verdichtung mariner Aromen. Man braucht einen Moment, um sich darauf einzulassen. Für mich kein absolutes Highlight, aber immer noch hervorragend. 

Allmählich macht sich bemerkbar, dass ich jedes Saucentöpfchen ausgelöffelt habe – eine Sättigung setzt ein. Glücklicherweise steht nach meiner Zählung nun der Fleischgang an …

… Doch ich irre mich, denn überraschend serviert man ein weiteres Fischgericht, das dritte des Abends – und keine »leichte Kost«: Eine kleine Tranche Rotbarbenfilet trifft auf eine dunkle Sauce (»Borgne«) von fast brutaler Intensität: die Basis bilden gerösteter Fischfond, Rotbarbenleber, Rinderfond, Rotwein und Knochenmark; eine Würze aus Wacholder, Cognac, Zitronenthymian und Orangenschale macht daraus ein konzentriertes Elixier zwischen maritimem Umami und subtiler Fruchtigkeit.

Am Tisch löffelt der Service noch eine Art Sabayon (»Ocre Tannique«) aus Tomate, Fenchel, Sellerie, Ei, Essig, Safran, Yuzu, Olivenöl und Muschelsaft an – um nur die wichtigste Zutaten zu nennen. Außerdem finden sich auf dem Teller pure Seeigel-Gonaden von herausragender Güte sowie ein Tortellino mit hochintensiver Füllung aus Rotbarbenleber und Seeigel.

Alles zusammen schmeckt wie die radikale Verdichtung einer klassischen Bouillabaisse, geht in Sachen Komplexität aber noch ein paar Schritte weiter: am Ende ist das kein Fischgang mehr im klassischen Sinne, sondern eine herausfordernde Studie über Umami und Jodigkeit, Bitterkeit und Säure, Tannine und Essenzen. Das ist kein Gericht, das man einfach »genießt«, sondern eines, das man erschließt.

Ein wenig hoffe ich, dass nun der süße Menüabschnitt beginnt. Aber Nein, natürlich tut er das nicht.

Vielmehr werden die Gäste an dieser Stelle im Menü in ein kleines Speisezimmer bei der Küche gebeten. Dort serviert Arnaud Donckele in einer aufwändigen Prozedur eine Wachtelconsommé: die Brühe wird aus einer gläsernen Schale zunächst in eine nostalgische Teekanne geschöpft und aus dieser dann in eine Silberschale gegossen.

Natürlich sind in der Consommé zahlreiche Zutaten verarbeitet – ich nehme Wacholder, Cognac und Pilze wahr –, doch die Besonderheit liegt im konzentrierten Eigengeschmack des Wildgeflügels. Auch eine Einlage aus Wachtelei, Spinat und Trüffel spielt angesichts des atemberaubend intensiven Elixiers eine untergeordnete Rolle. Weltklasse.

Zurück am Tisch. Ich bin nun mehr als satt. Doch der Fleischgang – gegrilltes Poularden-Suprême mit Viroflay-Spinat und Trüffel – sieht zu verführerisch aus, um ihn nicht zu probieren. Neben der Optik, die appetitlich gebräuntes Fleisch mit Abstufungen von Grün kombiniert, ist da dieser betörende Duft der mit Basilikum aromatisierten Sauce. Sie trägt den Namen »Crème marbrée Terra Botanica« und ist ein Hybrid aus Cremesauce, Schaum und Essenz: Geflügelbrühe, Hühnerfett, Trüffelbutter und Rahm bilden die Basis, hinzu kommen Pilzessenzen, Cognac, Bergamottenschale und: zerstoßene Artischockenherzen – darauf muss man erst einmal kommen!

Im Grunde ist das ein scheinbar klassischer Gang. Und doch schmeckt er, als hätte man das alles noch nie zuvor gegessen. Das Fleisch besonders saftig, die Sauce besonders schlaraffig, der ideal dosierte Trüffel (unter dem Fleisch) von fabelhafter Güte. Als besonderer Clou verbirgt sich im Spinat eine dünne Scheibe Parmesan mit sautierten Foie gras-Würfeln – ein unglaublicher Hochgenuss aus Gemüse, Salz, Fett und Umami …

… ergänzt um eine Extraschale mit getrüffeltem, leicht knusprigem Pilaw-Reis, Foie gras und kross gegrilltem Keulenfleisch. Heiß, duftig und üppig wäre das im Alleingang schon Weltklasse.

Doch entscheidend ist die Gesamtwirkung aus Haupt- und Nebenteller: Große Ruhe und große Präzision führen hier zu süffiger, üppiger Wohlfühlküche auf Drei-Sterne-Niveau. Oder anders gesagt: zu einem der besten Hühnergerichte, die ich je probieren durfte.

Der französische Begriff »Plénitude« bedeutet übrigens – je nach Kontext – Erfüllung, Vollkommenheit oder Pracht. Im Vorfeld erschien mir das etwas hochtrabend. Doch kein anderes Wort könnte das Wesen dieses Ortes teffender charakterisieren.

Für den Käsegang wird man zunächst in ein kleines Separée gebeten, wo zahlreiche Käsesorten zwischen nostalgischem Geschirr auf einer verspiegelten Anrichte thronen.

Ich beschränke mich auf drei kleine Stücke, die ich von unserer enorm charmenten Kellnerin auswählen lasse und nicht näher notiere.

Das Highlight findet sich ohnehin an der Seite: ein gemischter Salat, der so spannungsvoll zusammengestellt und – natürlich! – mit einer so fantastisch komponierten Vinaigrette angemacht ist, wie ich es noch nicht erlebt habe. Eine weitere, diesmal vollkommen unerwartete Götterspeise.

Das Dessert präsentiert sich visuell spektakulär. Es rankt um Zitrusfrüchte und besteht aus einem Grapefruit-Sorbet in Form einer Rose, die in einem gelierten Sud aus Zitronenmazerat, Yuzu, Rosenwasser, Zitrussegementen und Rosenblättern thront (»Sauce pectinée Perle d'Endorcarpe«). Als Sockel dient eine zart knackende Meringue-Hülle, gefüllt mit Frischkäse-Yuzu-Mousse, marinierten Zitrusfilets, Zitronenmarmelade und Rosengelee (ich bin sicher, noch irgendwas vergessen zu haben).

Das ist ein Dessert wie ein Duft, hier passt der Vergleich. Alles bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Frische, Bitterkeit und floraler Süße. Die Texturen sind komplex, fast verspielt, aber stets stimmig. Die Sauce – wieder zentral – bindet alles: eine flüssige, duftige Säurestruktur, die das Dessert trägt. Ein Abschluss, der nicht sättigt, sondern öffnet. Überirdisch.

So sehr es mich schmerzt, muss ich die Petits Fours – etwas verkitscht auf einer gezeichneten Paris-Kulisse präsentiert – verschmähen. Als da wären: Gelbe und grüne Kiwi mit Ingwer und knuspriger Meringue sowie ein Haselnuss-Törtchen (für mich, linkerhand im Bild, eine nicht notierte Alternative).

Nicht im Bild: Vanille- und Kirscheis mit Holunder-Likör, kandierten Früchten, Rosinen und knusprigen Pekannüssen. Davon probiere ich dann doch einen Löffel – es schmeckt erwartungsgemäß grandios.

Es fällt nicht leicht, diese Küche in Worte zu fassen. Es gibt Köche, die wollen Geschichten erzählen. Doch Arnaud Donckele erzählt keine Geschichten – er entwickelt ein System, ein System aus Geschmack. Dass er dabei von den Saucen her denkt, ist kein Marketing-Narrativ, sondern man schmeckt es vom ersten Moment an: seine Elixiere sind nicht Ergänzung, sondern Ausgangspunkt. Alles andere ist Konsequenz. Die exzellenten Produkte bilden in diesem Kontext nicht das Zentrum, sondern die Trägermasse, auch die virtuosen Techniken erscheinen wie eine Selbstverständlichkeit. Gleichwohl – und das macht es so spannend – erschließen sich Donckeles Aromengefüge vollständig erst im Zusammenspiel. Das kann fordern, ja – aber vor allem begeistert es.

Deshalb wird auch die Parfümeur-Analogie der Leistung dieses Kochs nicht gerecht: Er arbeitet nicht »wie ein …«, sondern er statuiert selbst etwas: ein komplexes kulinarisches System, das den Blick verändert, Zusammenhänge sichtbar macht und zur Reflexion anregt. Seine Küche ist »klassisch«, sein Denken Avantgarde. 

Natürlich kann man das alles auch »einfach nur genießen«, in den Aromen schwelgen und jede Menge Freude haben. Doch wenn alles so ineinandergreift wie hier, entsteht etwas Seltenes: eine Küche, die nicht nur beeindruckt, sondern wirklich berührt.

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