HomeÜber Sternefresser

Bewerte diesen Artikel! Rating: 3.0/5 (total: 272)

Vier glorreiche Halunken


Die Sternefresser, das sind vier nicht mehr ganz junge, aber auch noch fernab des Rentenalters sich befindende Kerle, die vor allem eines im Kopf haben: gut zu essen und dazu gut zu trinken. Anspruchsvoll nennen das die Einen, essverrückt die Anderen. Manche nennen uns ganz einfach bekloppt.

Wir sind nicht immer einer Meinung und auch nicht allwissend, dafür aber stets neugierig und grundsätzlich offen für alles. Und wenn Essen irgendwo zwischen Pop- und Hochkultur angesiedelt ist, steht uns der Sinn manchmal eben nach Rock 'n' Roll und manchmal nach großer Oper. Eine Philosophie haben wir natürlich auch: wir leben, um zu (fr-)essen!

Und vor allem: Wir sind käuflich, aber nicht korrupt.

The Good


Jahrgang '72, kulinarisch sozialisiert zwischen Miracoli von Kraft und Mille-Feuille von der Gänsestopfleber. Erster prägender Restaurantbesuch: Rockendorff's Restaurant, Berlin, 1988. Trinkt eigentlich am liebsten Bier & Whisky, tendiert zu lautem Lachen und völlebedingten Kreislaufschwächen. Verdient sein sauer Brot als Filmautor und Kritiker – wobei man den journalistischen Beruf bereits an seiner schamlosen Freibier-Mentalität erkennt. Wenn er nicht im Internet Speisekarten von Sternerestaurants auswendig lernt, sitzt er im Kino.

Seine Top11:

Schlossberg, Baiersbronn (2006)
L'Atelier Joel Robuchon, Las Vegas (2006)
Amador, Langen (2007)
Schloss Berg, Perl-Nennig (2008)
Alinea, Chicago (2008)
Aqua, Wolfsburg (2009)
Villa Rothschild, Königstein (2010)
Geranium, Kopenhagen (2011)
Steirereck, Wien (2011)
Agapé Substance, Paris (2011)
Mesa, Zürich (2012)

 

The Bad


Jahrgang '76, lernte die große, weite Welt der Kulinarik von Kindesbeinen an über die Bordmenus einer deutschen Fluggesellschaft kennen. Ein früher Besuch im Rheingauer "Marcobrunn" unter Joachim Wissler machte ihm dann schlagartig klar, dass es auch Teller aus Porzellan gibt. Dieses Trauma versucht er seither in Champagner zu ertränken, was ihm in einschlägigen Kreisen auch den Namen 'Frei-Krug-Gesicht' eingebracht hat. Auch an Schlaf ist für den 3-Sterne-Stalker nicht mehr zu denken, da er beruflich Spitzenrestaurants ins digitale Zeitalter begleitet – irgendwie muss die Völlerei ja gerechtfertigt werden.

Seine Top11:

Marcobrunn, Rheingau (1994)
French Laundry, USA (2001)
elBulli, Spanien (2006)
Alinea, Chicago (2008)
Amador, Langen (2008)
Aqua, Wolfsburg (2009)
Schloss Berg, Nennig (2010)
Steirereck, Wien (2011)
Guy Savoy, Paris (2011)
Vendôme, Bergisch-Gladbach (2012)
Fat Duck, UK (2012)

 

The Ugly


Tilman Au, zentraler Bestandteil der Sternefresser.

Jahrgang '77, begab sich schon als Teenager auf die Suche nach dem besonderen gastronomischen Kick – strandete dabei allerdings meist zwischen roten Plüschkissen und Champagnerkübeln in Etablissements mit Namen wie "Pik Dame" oder "Dollhouse". Mit Mitte zwanzig dann die Erkenntnis in einem hessischen Sternerestaurant, dass Dom Perignon normalerweise von bekleideten Kellnerinnen serviert wird. Seitdem landet er vornehmlich in Etablissements mit Namen wie "Enoteca Pinchiorri" oder "Sonnora". Der Mainzer "Unternehmer des Jahres" leert jeden Weinkeller und lehrt jeden Weinkellner – Geld spielt dabei keine Rolle, solange alles gratis ist. Legt sich außerdem gerne öffentlich mit Fernsehköchen an.

Seine Top11:

Enoteca Pinochieri, Florenz (2004)
Cas Puers, Mallorca (2006)
Amador, Langen (2006)
Waldhotel Sonora, Dreis (2006)
Aqua, Wolfsburg (2007)
Mme Pic, Valence (2008)
Villa Rothschild, Frankfurt (2009)
Français, Frankfurt (2010)
Eleven Madison, New York (2011)
Ikarus (Trettl-Menu), Salzburg (2011)
Armani Hotel, Dubai (2011)

 

...and The Nerd


Neuster Zugang bei den Sternefresser: Axel Hermann ist Produktdesigner und bessesener Hobbykoch.

Jahrgang '82, zählt die traditionellen Hausschlachtungen auf dem elterlichen Hofgut zu seinen frühesten (und blutigsten) Kindheitserinnerungen. Seither versucht er, sein schlechtes Gewissen gegenüber den gemeuchelten Tieren durch eine immer extremere Feinjustierung seine Papillen zu beruhigen: während die anderen Sternefresser schon das Dessert löffeln, seziert er noch das Amuse Bouche. Solcher Detailwahn bleibt nicht ohne Folgen: mit seinen Homecooking-Kreationen könnte der pathologische Antialkoholiker so manchem Sternekoch Konkurrenz machen. Momentan aber liegt der Schwerpunkt des Produktdesigners noch auf dem Entwerfen gastronomischer Utensilien.

Seine Top11:

Tsuraya, Kyoto (2007)
Amador, Langen (2008)
Schwarzwaldstube, Baiersbronn (2008)
Teramachi Sushiya, Kyoto (2008)
Alinea, Chicago (2009)
Margaux, Berlin (2010)
Oud Sluis, Sluis (2011)
Schlossberg, Baiersbronn (2011)
Döllerer, Golling (2011)
Barreis, Baiersbronn (2011)
Vendôme, Bensberg (2012)

 

Copyright © 2012 sternefresser Impressum |  Kontakt