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 30.November 2016

Feinste Perlen seit dem 18. Jahrhundert

Das Jahr 2016 stand für das älteste Weinhaus der Champagne im Zeichen der Veränderung. Neben zwei neuen Qualitäten, die auf den Markt gebracht worden sind, gab es leider auch noch einen traurigen Höhepunkt: Kellermeister Jean-Pierre Mareigner der die Geschicke im Hause GOSSET 33 Jahre geleitet hat, und somit der am längsten gedienteste Kellermeister der Champagne war, ist im Mai diesen Jahres plötzlich verstorben. 

Für ein so traditionsreiches Haus wie GOSSET war das natürlich ein herber Schock, den es erst einmal zu verarbeiten galt. Er war der Kreateur vieler renommierter Cuvées und genau  diese sind es, die die Freunde und Liebhaber des Champagners von GOSSET noch eine lange Zeit an ihn erinnern werden. 

So können die zur ProWein herausgebrachte „15 ans de cave à minima“ Cuvée und die neue Prestige-Cuvée „Celebris 2004“ durchaus als Erbe von Mareigner angesehen werden. 

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15 ans de cave à minima

Diese Cuvée ist wieder so eines dieser Projekte, die Mareigner so liebte. Mit seinem spitzbübischen Charme stand er im vergangenen Jahr vor dem gesamten Önologen-Team und präsentierte, was er angeblich in den Kellern von GOSSET "vergessen" hatte – nämlich genau diese Cuvée. 

Die Assemblage, die absichtlich keinen Jahrgang ausweist, setzt sich aus den herausragenden Crus der Champagne zusammen. Pinot Noir aus Ambonnay, Aÿ und Mareuil/Aÿ sowie Chardonnay aus Mesnil/Oger, Cramant und Villers-Marmery bilden ein harmonisches Ensemble, das Finesse, Körper und Tiefgang hat und über die Jahre zu vollendeter Eleganz gereift ist. Der lange Aufenthalt in den ruhigen, 18 Meter tiefen Kellern in Epernay hat den Wein auf ein anderes Level gehoben – ein bislang unerreichtes Gleichgewicht zwischen Temperament und Reife. Wie üblich im Hause GOSSET wurde der Alterungsprozess durch den Verzicht auf eine malolaktische Gärung gebremst. So weist dieser Wein eine ungeheure Frische und Jugend auf und gleichzeitig hat die lange Reifezeit ihm Komplexität und Tiefgang gegeben. Mit dieser Cuvée ist ein wahrer Schatz aus dem letzten Jahrtausend entstanden, denn der jüngste Wein dieser Assemblage ist aus dem Jahr 1999. 

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Celebris 2004 Extra Brut

Mit dem Celebris 2004 knüpft GOSSET wieder an die Tradition ihrer Prestige-Cuvées an. Zum sechsten Mal nach 1988, 1990, 1995, 1998 und 2002 bringt Champagne GOSSET eine neue Spitzen-Cuvée auf den Markt. Für eine Celebris kommen nur die Jahrgänge in Frage, die nicht nur klimatisch und wettertechnisch die besten Bedingungen mit sich bringen. Viel mehr muss ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren optimal funktionieren. Neben dem Klima gehören hierzu vor allem die Entwicklung der Trauben und Rebsorten aus den verschiedenen Crus. Auch die Anforderung, dass das Terroir sich in eine solche Cuvée sehr gut einfügt, ist eine der Grundvoraussetzungen. 

Bei dem 2004er Jahrgang war Mareigner sich sehr schnell sicher, dass er sich für eine Celebris wunderbar eignet. So brachte man schon zuvor eine Grand Millésime 2004 auf den Markt. Der Chardonnayanteil liegt bei dieser Spitzen-Qualität allerdings höher, bei 55%. Die Perlage ist – wie für GOSSET typisch – sehr fein und zieht sich lebendig in Fäden durch das Glas. 

Beim ersten Hineinriechen entfalten sich zunächst reife Aromen von Frangipani, Tarte Tatin und Honig sowie gesalzenem Butter-Karamell. Erst danach nimmt man Zitrusnoten wie Kaffir Limette, Zitronat oder süße Limonen wahr. 

Am Gaumen präsentiert sich der Celebris offen und gradlinig mit salzigen Noten. Gefolgt wird dieser erste Eindruck von komplexeren Aromen von Birne, Grapefruit und Yuzu. Die Reinheit und Frische machen diesen Wein zu einem subtilen Speisenbegleiter, der sich auch vor ungewöhnlichen Paarungen nicht scheut. So bilden zum Beispiel Aveyron Lamm, Artischocken, Tonkabohnen oder Brie gelungene Kontrapunkte zu diesem Wein. 

Frisch degorgiert lässt sich nur erahnen, welches Reife-Potential noch in dieser Cuvée steckt. Eins steht jedoch schon jetzt fest, sie wird noch lange an Jean-Pierre Mareigner erinnern und sicherlich noch für die eine oder andere gustatorische Überraschung sorgen. 

Champagne GOSSET – eine traditionsreiche Geschichte

Seit 1584 steht der Name GOSSET für Weine aus der Champagne und somit für das älteste Weinhaus der Champagne. Damals begann Pierre GOSSET damit Stillweine in seinen eigenen Weinbergen zu produzieren. Der „Style GOSSET“, seit Anbeginn geprägt von handwerklicher Tradition, begeisterte schon den Hof von François I und von Henri IV. Auch damals waren hier die Rebsorten Pinot Noir und Chardonnay vorherrschend. Zu sprudeln begann es in Aÿ jedoch erst Ende des 18. Jahrhunderts. 

Auch 17. Generationen später hält Jean-Pierre Cointreau, Präsident von Champagne GOSSET noch, an der Strategie fest, vor allem die Qualität in den Vordergrund zu stellen, um den Stil von GOSSET für künftige Generationen zu bewahren. Im Jahr 2009 wurde neben dem Unternehmenssitz in Aÿ ein Château in Epernay erworben. Hier standen zwei Hektar, mit einem denkmalgeschützen Park und Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert zur Verfügung. Das ganz besondere sind aber die Keller: Auf einer Länge von 1,7 km ist hier ausreichend Platz für 2,6 Millionen Flaschen. Für die Produktion von heute jährlich mehr als einer Millionen Flaschen kam dieser zusätzliche Kellerlagerplatz gerade richtig. 

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