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Götterspeisen  2.Juni 2017

Götterspeisen (12)

Seien wir ehrlich: So gut die Kreationen unserer besten Köche auch sind, bleibt das Essen doch ein sehr flüchtiges Vergnügen. Man speist, genießt und begeistert sich – und doch verblasst mit der Zeit die Erinnerung. Manchmal aber, meist völlig unerwartet, bekommt man es mit einem Gericht zu tun, das sich förmlich in jenen noch unerforschten Bereich des Gehirns einbrennt, der für die Speicherung kulinarischer Offenbarungen zuständig ist. Solche Erlebnisse sind es, wonach jeder Gastrosoph sucht: Mit unserer neuen Serie geben wir all jenen Gerichten eine Bühne, an die wir seit Monaten, manchmal gar seit Jahren immer wieder denken müssen. Jene Geniestreiche großer Köche also, bei denen man schon nach dem ersten Bissen weiss, dass man es mit einem Geschmackserlebnis für die Ewigkeit zu tun hat. 

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Götterspeise 81

"Makrele Marrakesch" von Nils Henkel 

Häufig erleben wir es, dass eine Götterspeise beim zweiten Verkosten nicht mehr die Begeisterung der ersten Version erreichen kann. Das hat verschiedene Gründe: Entweder wurde das Gericht dezent verändert (andere Produkte oder Proportionen) oder wir nehmen es schlichtweg anders wahr. Doch nicht so beim ersten Besuch bei Nils Henkel an seiner neuen Wirkungsstätte auf Burg Schwarzenstein. Sein Klassiker "Makrele Marrakesch mit Aubergine, Kichererbsen und Calamares" schmeckt auch drei Jahre nach der ersten Verkostung unfassbar gut und besticht durch die perfekt austarierte orientalische Würze im süffigen Sud sowie die Balance zwischen fettem Fisch, leichten Räuchernoten, fruchtig anmutender Paprika und knackigen Gurkenbällchen. Anstelle der Seegurke verwendet Henkel nun Calamares, die texturell ähnlich, aber geschmacklich spannender sind. Nicht zu vergessen natürlich die Üppigkeit der confierten Aubergine und das würzige Couscous – nach den Kartoffeln schon die zweite "Kohlenhydratkomponente", und auch hier zeigt sich, wie wichtig ein solch "bindendes" Element für die Gesamtwirkung sein kann. Das Tolle bei dieser Kreation ist und bleibt aber: Egal, wie man sich durchlöffelt – es schmeckt immer ein wenig anders und immer hochspannend. Noch immer eine lupenreine Götterspeise.

Unseren ausführlichen Bericht zur Burg Schwarzenstein findet Ihr hier

Götterspeisen 76-80

...findet Ihr hier.

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